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Donnerstag, 15. November 2018

Der Fall Jens Söring: Fünf Fragen an Jens


Der letzte Blogeintrag liegt schon eine ganze Weile zurück. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Es gibt wenig Bewegung in dem Fall. Jens Söring wartet derzeit, wie seine Anträge auf Bewährung und Begnadigung ausgehen. Darüber hinaus wurden keine weiteren Argumente von Seiten Sörings vorgelegt, die die Behörden dazu veranlassen könnten ihn freizulassen. Die Karten liegen also auf dem Tisch und wir müssen uns alle ein wenig gedulden. 

Ich habe mir überlegt Jens und Elizabeth einen Brief zu schreiben und sie jeweils mit 5 kritischen Fragen(komplexen) zu konfrontieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie antworten ist leider nicht besonders hoch (Jens weicht kritischen Fragen seit Jahren aus, Elizabeth kommuniziert so gut wie gar nicht mit der Öffentlichkeit), aber es ist einen Versuch wert. Ich stelle Euch heute die Fragen vor, die ich Jens schicke. Im nächsten Blogeintrag folgen die Fragen an Elizabeth.

(1) Tatortspuren
Deiner Theorie zufolge hat Elizabeth das Verbrechen gemeinschaftlich mit einem oder zwei anderen Männern verübt. Wie erklärst du dir, dass lediglich eine Blutspur der Blutgruppe B im gesamten Haus gefunden wurde (also der Blutgruppe von Elizabeth)? Sollte bei dem Tathergang nicht wesentlich mehr Blut der Blutgruppe B im Haus gefunden worden sein?

Freitag, 28. Oktober 2016

Der Fall Jens Söring: Täterschaft (Teil 6: Das Verhalten im Exil)

Oftmals ist es doch so, dass es bei Indizienprozessen, auch um die Glaubwürdigkeit der Angeklagten geht. In diesem und im nächsten Blogeitrag wollen wir uns daher zwei Sachverhalte näher ansehen, die etwas Licht ins Dunkel bringen, was die Glaubwürdigkeit von Jens Söring angeht.
 
Die Flucht aus den USA führte das Paar nach Thailand, Jugoslawien, Singapur, Bombay, Russland und Großbritannien. Um ihren ausschweifenden Lebensstil finanzieren zu können, begingen sie in mehreren Ländern Straftaten und wurden schließlich im April 1986 in London wegen Scheckbetruges verhaftet. Einer geordneten Arbeit sind Jens Söring und Elizabeth Haysom also nicht nachgegangen.

Passen diese abenteuerliche Flucht und Verhaltensweise zur Eigendarstellung von Jens Söring, wonach er ein weißer Ritter ist, der nur seine Freundin vor dem elektrischen Stuhl bewahren will? Wäre es nicht naheliegender gewesen, als unschuldiger Diplomatensohn einen ruhigen Hafen anzusteuern? Vielleicht bei der Großmutter in der Schweiz oder im elterlichen Haus in Bonn?

Seltsam ist zudem, dass sich Jens Söring offenbar gar nicht daran gestört hat, dass er mit einer Mörderin (nach Aussage von Jens Söring hat Elizabeth die Morde begangen), die ihre Eltern auf die brutalste Art und Weise abgeschlachtet hat, die man sich nur denken kann, ein gemeinsames Leben anzufangen.

Erschwerend kommt hinzu, dass Elizabeth nach Aussage von Jens Söring einen Komplizen gehabt haben muss, möglicherweise einen zweiten Liebhaber (der mysteriöse Komplize von Elizabeth wird in einem späteren Blogeitrag thematisiert). Auch an dieser Begebenheit scheint sich Jens Söring nicht zu stören. Er flieht also mit einer Doppelmörderin ins Ausland, die ihn mutmaßlich betrogen hat? Ist das Glaubhaft?

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Der Fall Jens Söring: Täterschaft (Teil 5: Die Flucht)

Im Oktober 1985 fliehen Jens Söring und Elizabeth Haysom ins Ausland. Ihre kleine Weltreise führt die beiden unter anderem nach Thailand, Russland und England.

Verwunderlich ist der Zeitpunkt der Flucht. Die örtliche Polizei hatte Jens Söring und Elizabeth Haysom zunächst nicht unter Verdacht die Haysom Morde begangen zu haben. Erst Monate später nahmen die Ermittler Kontakt zu Jens Söring auf und baten ihn, seine Fingerabdrücke und Fußabdrücke bei der Polizei abzugeben. Als Reaktion hierauf floh Jens Söring ins Ausland, wohin Elizabeth Haysom ihm wenig später folgte (Elizabeth Haysom war zuvor der Bitte der Polizei ihre Abdrücke abzugeben nachgekommen).

Warum ist das relevant? Erinnern wir uns: Am Tatort wurde ein Turnschuhabdruck und der Abdruck eines blutigen Sockens gefunden. Warum flieht Jens Söring also genau zu dem Zeitpunkt, an dem er mit mutmaßlichen Beweisstücken konfrontiert wird? Seiner Aussage nach, war er nie am Tatort, er hätte also nichts zu befürchten gehabt.

Eine Flucht ins Ausland zieht aber noch weitere Dinge nach sich. Man steht ohne gesicherten Job und ohne Perspektive dar. Jens Söring, zum Zeitpunkt der Flucht 18 Jahre alt, ließ auch seine Eltern und sein schwer verdientes Stipendium einer Elite Universität zurück. Außerdem floh Jens mit einem Menschen, der seiner Aussage nach erst kürzlich seine Eltern abgeschlachtet hat. Schon damals muss ihm doch klar gewesen sein, dass es Elizabeth nicht alleine gewesen sein kann. Warum flieht Jens mit einer Doppelmörderin die ihn auch noch hintergangen hat?

Wie ist das alles zu erklären?